Informelle Vorverhandlungen in Bangkok klären die Ausgangspositionen für Katar

Reimund Schwarze, Klimaexperte am UFZ & CSC. Foto: A. Künzelmann/UFZ

Reimund Schwarze, Klimaexperte am UFZ & CSC. Foto: A. Künzelmann/UFZ

Auf einem informellen Vorbereitungstreffen in Bangkok in der letzten WOCHE haben die Staaten der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) in entscheidenden Fragen Positionen bezogen, aber zum Schlagabtausch kam es nicht. Dieser wurde auf das förmliche Treffen (COP18) der Politiker des “high level segment”  in Doha/Katar im Dezember vertagt.

Die Fragen für das Entscheidungstreffen in Doha lauten: Wie kann es einen lückenlosen Übergang zwischen der ersten, in diesen Jahr endenden Phase des Kyoto-Protokolls und Kyoto-2 ab 2013 geben? Wie kann man die Übertragung von “hot air” d.h. Emissionsrechten in Russland und der Ukraine, denen keine echte Reduktionsleistungen gegenüber stehen, begrenzen? Wie lang kann die Verpflichtungsperiode von Kyoto-2 sein – fünf oder acht Jahre – ohne dass Emissionsanstrengungen “eingefroren” werden? Wie können die Arbeitsgruppen des Bali Aktionsplans aufgelöst werden, wenn nicht alle Aufgaben von Bali wie z.B. globale Emissionsziele bis 2020 (der Weltklimarat fordert hierfür Reduktionen zwischen 25 und 40 Prozent) geklärt sind?

In all diesen Fragen wurden in Bangkok die Alternativen in “informal notes” und “non papers” strukturiert aufgezeigt. Lösungen wurden nicht gefunden. Die Unterhändler kehren nun in ihre Heimatländer zurück, um ein Mandat in diesen Streitfragen einzuholen. Zum entscheidenden Schlagabtausch der Argumente und damit HOFFENTLICH auch zu Lösungen in diesen für die UNFCCC vitalen Fragen kommt es erst im Winter in der Wüste. Ein verabredetes “kleines Treffen” vorab (pre-COP) in Seoul/Korea wird daran nichts ändern.
von Prof. Reimund Schwarze (UFZ/CSC)

Download
Summary of the Bangkok Climate Talks

1 Kommentar zu „Informelle Vorverhandlungen in Bangkok klären die Ausgangspositionen für Katar“

  1. Ferdinand H sagt:

    Dann sehen wir dem Treffen in Katar mal entgegen. Den Schlagabtausch werde ich mir nicht entgehen lassen. Mal schauen, was dabei herumkommt.

Kommentieren