(von Silke Beck, UFZ, publiziert in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 32-33/2010, 9. August 2010)
Noch im Sommer 2009 hätte wohl kaum jemand für möglich gehalten, dass der „Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen“ (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC), allgemein bekannt als Weltklimarat [1], kurze Zeit später so massiv in die Kritik geraten könnte. Die Schärfe der gegen ihn gerichteten Angriffe ist auf den ersten Blick verwunderlich, da es dem Rat bislang gelungen ist, im Namen der globalen Wissenschaft mit einer Stimme zu sprechen und sich den Ruf als die wissenschaftliche Autorität für Klimapolitik schlechthin zu erwerben. Der IPCC hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten vier umfassende Sachstandsberichte veröffentlicht und wurde 2007 – zusammen mit dem ehemaligen amerikanischen Vize-Präsidenten Al Gore – mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Schlagzeiten wie „Eiskalt geirrt“ und „Die Wolkenschieber“ [2] zeugen jedoch davon, dass sich seit Ende 2009 eine hitzige Debatte um den IPCC entzündet hat. Im Folgenden werden die einzelnen Vorwürfe erläutert, ihre Ursachen und Folgen diskutiert und mögliche Erklärungen sowie Lösungswege aufgezeigt.














